Schmetterling's Flügelschlag

 

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Realität

Freundschaft!fficeffice" />


 


Für ein paar Tage habe ich zwei meiner ältesten Freundinnen im Norden Deutschlands besucht. Ich sehe sie äußerst selten, manchmal vergehen mehrere Jahre, bevor wir uns wieder treffen können. Aber jedes Mal, wenn wir uns sehen, stellt sich bei uns eine Vertrautheit ein, die ich nicht bei jüngeren Freundschaften fühle. Ich war sechs Jahre alt, als wir uns kennen lernten, wir gingen viele Jahre lang in die gleiche Klasse, teilten alle Geheimnisse (die der Kindheit und insbesondere die der Pubertät), und bei Beiden war ich dabei, als sie mit fünfzehn das erste Mal ihre zukünftigen Ehemänner trafen ( mit denen sie übrigens immer noch verheiratet sind). Unsere Töchter haben sogar den gleichen Vornamen, ohne dass wir uns vorher abgesprochen  hätten. Wie seltsam, dass Freundschaften, die in der Kindheit entstehen, so eine ganz spezielle Qualität besitzen. Es ist, als würden wir wieder zu Kindern werden, wenn wir uns sehen, und als würden wir eine Brücke zwischen dem sorgenlosen „Damals“ und dem oftmals chaotischen „Jetzt“ spannen können, um unsere heutigen Probleme für einen kleinen Moment zeitweilig im Fluss unter dieser Brücke fort schwimmen zu lassen. Denn auch wenn wir Sorgen haben, wissen wir, dass es einmal eine Zeit gab, in der unsere Zuneigung füreinander der Mittelpunkt unserer Freundschaft war, und mit dem Abstand der vielen Jahre gibt uns dieses Wissen ein warmes Gefühl im Herzen, eine Erinnerung, die der vielen unwegsamen Ereignissen in unserem Leben standhalten kann.


Ich möchte jedem Menschen wünschen, wenigstens einen Kinderfreund ins Erwachsenenalter mit hinüber genommen zu haben, denn gemeinsame Erinnerungen sind so wundervoll, wenn man sie zu zweit wieder lebendig werden lässt.


 



 


Vive le printemps!

16.3.05 21:13


Love in the City!


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Als ich heute in der U-Bahn saß, setzte sich ein junges Paar mir gegenüber. Sie waren ungefähr 20 Jahre alt, beide schöne Menschen, groß, schlank und selbstbewusst. Jedes Mal,  wenn sie anfing, ihm etwas zu erzählen, ergriff er ihren Kopf, küsste sie auf die Stirn, dann auf die Wangen, Nase und auf den Mund. Sie schwieg, ließ sich küssen, er schaute sie mit einem Lächeln an, das sie leicht erwiderte, dann schwiegen sie eine Weile, bevor sie wieder ansetzte, um ihm erneut etwas zu sagen, und die Prozedur fing von vorne an. Nicht ein einziges Mal während der 20minütigen Fahrt ging der Impuls des Küssens von ihr aus, jedes Mal war er es, der ihren Kopf zu sich heranzog.


Ein Stück weiter stand ein anderes Paar im gleichen Alter. Beide klein, unscheinbar, er Brillenträger, sie ein wenig bucklig, beide keine Schönheiten. Ununterbrochen versuchte sie, ihm am Ohrläppchen zu knabbern, ihn zu küssen, und sich an ihn zu drängen. Lachend wehrte er sie ab, ohne ihre Zärtlichkeiten zu erwidern.


Was bewegt ein wunderschönes Mädchen, alles mit sich machen zu lassen, und sich völlig den Bedürfnissen des Anderen unterzuordnen? Was gibt dem hässlichen Mädchen den Antrieb, ihre Bedürfnisse ohne Rücksicht auf ihren Partner durchsetzen zu wollen?


Bei so vielen Milliarden von Menschen, grenzt es da nicht manchmal an ein Wunder, den passenden Partner zu finden? Oder macht man sich passend, um nicht allein zu bleiben? Es ist wertvoller als ein Lottogewinn, den Menschen zu finden, der so zu einem passt, dass man weder seine eigenen Bedürfnisse dem Anderen zuliebe verdrängen, noch sich den Bedürfnissen des Anderen unterordnen muss.


Wir bewegen uns in einer schnelllebigen Wegwerf-Gesellschaft. Gibt es deshalb so viele Singles, weil sich die Paare nicht mehr die Zeit nehmen, sich wirklich kennen zu lernen, um sich besser zu verstehen?  Vielleicht haben sich die Prioritäten verschoben, und es geht nicht mehr um „passend“, sondern um „Hauptsache jemanden“?


Werden wir zu Einzelgängern, die sich immer nur dann paaren, wenn sie sich fortpflanzen oder Spaß haben wollen?


Ich denke, wir waren genauso, haben erst unsere Erfahrungen gesammelt, um mit beginnender Reife den Partner fürs Leben zu finden.


Die Frage ist nur, will heutzutage überhaupt noch jemand sein Leben mit ein und derselben Person verbringen?


 

3.3.05 23:11


Souvenirs!

Heute war ich.......im Bauhaus.Es roch nach Heu und Stroh, die feucht-warme Luft und die tropischen Pflanzen erinnerten mich daran, dass nächste Woche "März" ist.Endlich!! Ich liebe den März, ich habe das Gefühl, dass das Ende vom Tunnel erreicht ist, die Natur erneuert sich, die Tage werden spürbar länger, die Sonne läßt sich öfter blicken, und ich beginne vom Mittelmeer und von Palmen zu träumen.Leider wurde ich kurzfristig aus dem Bauhaus verwiesen: Fotografieren verboten!!!! Sonst hätte ich mich wohl vor lauter überschäumender Frühlingsvorgefühle zwischen die Blumentöpfe gesetzt, um so zu tun, als wäre ich wieder in meinem Garten in Südfrankreich. Wie schön, das es Erinnerungen gibt, die uns mit Wärme erfüllen.

26.2.05 01:49


Hilfe!


Ich muß mich hier leider als ein total dämlicher Versager outen: ich schaffe es einfach nicht, eure Beiträge auf die Startseite meines Blogs zu bringen (immerhin, mit den Kommentaren habe ich es hingekriegt...)...Die Spalte "neues bei 20six", die bei vielen von euch steht, will sich mir einfach nicht enträtseln. Könnte mir bitte jemand in gaaanz einfachen Schritten erklären, wie ich es anfangen muß, damit ich auf meiner Seite den Anfang eurer Beiträge lesen kann. Wäre mir ein Bonbon wert *g*!

24.2.05 23:12


Visionäres!fficeffice" />


 


Heute Nachmittag spazierte ich durch Kreuzberg und wurde von ein paar Jugendlichen angehalten. Sie waren scharf auf meinen Fotoapparat und drängten mich frech in einen Hauseingang. Als ich ihnen sagte, dass ich Fotos für die Berliner Zeitung machen müsste, wurden sie schlagartig handzahm und verlangten von mir, dass ich ein Foto von ihrer Gang machen sollte. Danach ließen sie mich, samt Fotoapparat, wieder laufen.


Was ist denn nur aus uns geworden, wenn sich sogar die ältesten Zünfte der Welt so mediengeil verhalten, dass sie sich für ein einfaches Foto in der Zeitung verkaufen, und dabei vergessen, ihren Job richtig auszuführen.


Die meisten Menschen würden einen Finger opfern, um wenigstens einmal ins Fernsehen zu kommen. Jedes kleine Muttchen darf heutzutage eine Sendung „moderieren“, je weniger Talent, desto höher werden sie gehandelt, unsere deutschen Medien-Sterne. Daran kann man erkennen, wo die wahre Macht zu Hause ist. Je nichts sagender diese Pseudo-Berühmtheit ist, desto mehr Rummel wird um sie gemacht, bis sie auch wirklich jeder kennt. Man kann dem kaum aus dem Weg gehen, flüchten hilft nichts. Kein Magazin, auf der sie nicht abgebildet wären, kein Radio, das nicht ihre Vorzüge preist, kein Fernsehsender, der nicht versuchen würde, mit ihnen auf unsere Kosten seine Millionen zu scheffeln.


Das Unzumutbare wird zur Norm, die Talentlosen zum Dauerrenner, Geschmacklosigkeit wird als Humor verkauft, und die Medienbosse reiben sich die Hände, da ihnen ein abgestumpftes Publikum wie ein sabbernder Greis wehrlos zu Füßen liegt, und sich alles  reinstopft, was ihm hingehalten wird.


Zum Glück haben wir immer noch die Freiheit der unzensierten Benutzung der Fernbedienung. Was uns theoretisch die Möglichkeit bietet, um- und abzuschalten, auch wenn der Regen nicht weit von der Traufe fällt. Aber wie lange noch? Sie schaffen es doch bestimmt, ein neues Gesetz herauszubringen, das uns zwingt, mindestens drei Stunden pro Tag irgendwelche Nostalgie- Hausbau- Wohnungsrenovierung- Geburten- Gerichts- Schönheitsoperation- Talk- Abiklassen- Jamba- Telenovela- Shows anzugucken.


Was wäre die Strafe, wenn ich mich weigern würde??


Eine Teleshop-Dauersendung rund um die Uhr?


Ein Mitläufer würde jetzt, um nicht aufzufallen, rufen:


ES LEBE DIE SCHWARZWALDKLINIK!!!

21.2.05 00:40


Wer im Glashaus sitzt…fficeffice" />


 


Gestern in den Tagesthemen hieß es, dass unsere Politiker nur bedingt ihre Einkünfte und Nebeneinkünfte offen legen müssten, und diese seien auch nur dem Bundestagspräsidenten zu melden. Es soll und wird also keine gläsernen Abgeordneten geben.


Fast im gleichen Atemzug wurde ein Gesetz erörtert, das ab 1. April in Kraft treten soll: Alle Behörden, wie z.B. Arbeitsämter, Finanzamt oder Bafög-Stellen können dann jederzeit über eine zentrale Datenbank jedes Bankkonto einsehen. Sie bräuchten nicht einmal einen konkreten Verdacht. Ein Knopfdruck, und jeder Bürger kann durchleuchtet werden, ohne richterliche Genehmigung und ohne davon vorher in Kenntnis gesetzt zu werden. Es lebe der gläserne Bürger!


Unsere Demokratie gerät immer mehr ins Wanken unter dem Gewicht einer rot-grünen Diktatur. Vorsicht Scherben!


 

19.2.05 13:00


Freundinnen !fficeffice" />


 


Ich habe drei Freundinnen. Die eine ist Schuldirektorin in Nizza, die andere hat eine hohe Führungsposition in einem großen Musikkonzern in Hamburg, und die dritte ist  Wissenschaftlerin in Paris und hat gerade, neben ihrem Doktor in Biochemie, noch einen Doktor in Anthropologie gemacht. Alle drei sind gut aussehend, intelligent, haben Erfolg in ihren Berufen, sind beliebt bei ihren Freunden und gefürchtet von ihren….nein, stimmt nicht, denn sie haben keine Feinde. Sie haben aber noch etwas nicht. Sie sind Singles. Und zwar ungewollt.


Wie mit einer nicht heilen wollenden Krankheit leben sie mit diesem Zustand, festgefahren in einer Endlosschleife immer wiederkehrender Momente der Einsamkeit und der Hoffnungslosigkeit. Natürlich lernen sie auch Männer kennen, doch bleiben diese meist nicht lang genug, damit sie mit ihnen eine vertrauensvolle Beziehung ohne Schminke, ohne Wertung und ohne Fassade aufbauen zu können.


Meine Freundinnen leiden, ohne es sich anmerken zu lassen. Sie fühlen sich minderwertig, ausgestoßen und unausgefüllt. Von außen gesehen scheinen sie glücklich zu sein, aber wenn man sie gut kennt, verwandeln sie sich in zarte, im Mondlicht tanzende  Elfen, scheue Wesen, die voller Scham ihre allzu übermächtige Sensibilität zu verstecken suchen, aus Angst, zum hundertsten Mal verletzt zu werden.


Knapp über 40 haben sie ein Alter erreicht, wo es absehbar ist, wie viel Zeit ihnen noch bleibt, um Mutter zu werden. Was ihnen umso schmerzlicher bewusst ist, da sie noch nicht einmal den passenden Vater gefunden haben. Sie warten nicht auf den Prince Charmant, Supermann oder einen Bill Gates. Mit den Jahren haben sie ihre Träume revidiert, sie wissen, dass sie ihre Ansprüche der Realität anpassen müssen, obwohl sich ihre Herzen noch immer viel zu oft in eine romantische Fantasiewelt verirren.


Jeden Tag stehen sie im Rampenlicht und spielen die Rolle der erfolgreichen Frau, die stark und selbstsicher durchs Leben geht. Wenn sie dann am Abend allein nach Hause gehen und sich das Kostüm von Superwoman ausziehen, werden sie zu kleinen Mädchen, die sich nichts sehnlicher wünschen, als in den Armen eines liebevollen Beschützers einzuschlafen. Und gemeinsam wieder mit ihm aufzuwachen.


Es ist schon eine seltsame Welt, die wir uns erschaffen haben!

4.2.05 00:26


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